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Leihen statt kaufen – die Borgerei in Traiskirchen macht’s vor!

Team der Stadtbibliothek Traiskirchen. V.l.n.r: Raphaela Neudorfer, Sandra Hoffer, Karin Grossmann (Leiterin der Stadtbibliothek Traiskirchen) und Nadine Wagenhofer (c) Stadt Traiskirchen

In der Stadtbibliothek Traiskirchen werden längst nicht nur Bücher verliehen: Seit 2022 kann man sich in der Borgerei allerlei nützliche Alltagsgegenstände ausborgen – das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch wertvolle Ressourcen.

Sharing is caring – dieses Motto wird in der Stadtgemeinde Traiskirchen wahrlich gelebt. Statt Dinge zu besitzen, die nur selten gebraucht werden, können sich Traiskirchnerinnen und Traiskirchner eben diese in der Borgerei ausleihen. Die Idee dahinter ist so einfach wie wirkungsvoll: Dinge gemeinsam nutzen, statt sie einzeln anzuschaffen und sie dann ungenutzt im Keller verstauben zu lassen.

Weniger Müll – mehr Platz im Keller

Die Liste der entlehnbaren Gegenstände ist lang – von der Bohrmaschine über die Diskokugel bis hin zum Laminiergerät findet sich in der Borgerei fast alles, was einem früher oder später nützlich sein könnte. Das Beste daran: Die Leihgebühr beträgt nur einen Euro pro Woche. Für den ein oder anderen größeren Gegenstand ist im Vorhinein eine Kaution in bar zu hinterlegen. Bei den Traiskirchnerinnen und Traiskirchnern kommt das Konzept gut an:

„Menschen nützen die Borgerei aus unterschiedlichen Gründen. Zum einen hilft es bei der Kaufentscheidung. Oft wird zum Beispiel die Heißluftfritteuse ausgeborgt, um zu testen, ob sie zum eigenen Alltag passt und auch wirklich verwendet wird“, erklärt Projektleiterin Karin Grossmann.

Andere Dinge wie das Induktionskochfeld werden gern als Übergangslösung genutzt.

Nein zum Überkonsum

Gegenstände gemeinsam zu nutzen, schont nicht nur den eigenen Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. Mit der Borgerei setzt Traiskirchen außerdem ein sichtbares Zeichen gegen übermäßigen Konsum. „Wir alle haben doch die Erfahrung gemacht, dass wir dazu verleitet werden, etwas zu kaufen, das nach kurzer Zeit im Keller landet oder irgendwo verstaut wird“, erläutert Grossmann – genau das kann durch das Sharing-Modell vermieden werden.

Grossmann sieht die Verantwortung allerdings auch in der Politik: „Der Reparaturbonus, bzw. das Nachfolgemodell unterstützt den Prozess eines nachhaltigeren Umgangs“, betont sie. Dabei dürfe man es jedoch nicht belassen. So seien zusätzliche Förderungen für Bibliotheken bei der Umsetzung von nachhaltigen Projekten eine wichtige Investition in ökologische Verantwortung und zukunftsorientierte Bildungsarbeit.

Teil des Sortiments der Borgerei in Traiskirchen.
(c) Stadt Traiskirchen, Teil des Sortiments der Borgerei in Traiskirchen

Gemeindeleben nachhaltiger gemacht

Traiskirchen ist mit seinem Sharing-Modell längst nicht mehr allein. Die Tendenz zu bewussterem Konsum steigt – so auch die Nachfrage nach ähnlichen Projekten. Deshalb findet man mittlerweile auch in Graz, Linz, Innsbruck und Wien zahlreiche ähnliche Angebote.

Für alle Gemeinden, die mit einem ähnlichen Modell ebenfalls den Schritt in Richtung nachhaltigerem Gemeindeleben wagen wollen, hat Karin Grossmann noch einen Tipp:

„Ich würde auf jeden Fall empfehlen, den Verleih von Gegenständen bei der Bibliothek anzusiedeln. Dort findet man die nötige Infrastruktur (Bibliothekssoftware) und das Know-How zum Thema Verleih“.

Um einen reibungslosen Ablauf mit unterschiedlichen Situationen zu garantieren sei es außerdem wichtig, allgemeine Verleihbedingungen festzulegen.

Teil der Borgerei werden

Die Borgerei ist für alle Bibliotheksnutzer:innen ab 18 Jahren zugänglich. Ein einfaches Einschreiben genügt, um Teil dieses nachhaltigen Netzwerks zu werden. Wer neugierig ist, was genau verfügbar ist, findet eine vollständige Liste der ausleihbaren Gegenstände im Online-Katalog der Stadtbibliothek Traiskirchen.

 

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