Burgenland

Von Second Hand-Ware bis zum Übersiedlungsservice: Gemeinnütziges Jobprojekt „Mein Laden“ wird 15

Mattersburg: Seit 2009 fanden rund 550 langzeit-arbeitssuchende Menschen bei „Mein Laden“ eine Beschäftigung – viele von ihnen konnten durch das gemeinnützige AMS-Projekt wieder in den primären Arbeitsmarkt integriert werden. „Mein Laden“ begeistert aber auch jene, die gern in Secondhand-Ware stöbern und lieber Gebrauchtes, statt Neues erstehen. Am Freitag lädt „Mein Laden“ anlässlich des 15-jährigen Bestehens zum Tag der offenen Tür.

Wer kennt’s nicht: im Haushalt geht etwas kaputt oder die Lieblings-Schuhe sind abgetragen. Schnell läuft man ins nächste Geschäft und kauft teure Neuwaren. Doch wer im Bezirk Mattersburg die Geheimtipps kennt, schaut zuvor beim Secondhand-Shop  „Mein Laden“ vorbei. 

Ob Kleidung, Bücher, Geschirr oder Kinderspielzeug: Im Gebrauchtwaren-Laden wird man fast immer fündig – noch dazu preiswert und umweltbewusst. 

„Umweltbewusst einkaufen ist ein Trend, der nicht nur beim jüngeren Publikum gekommen ist, um zu bleiben. Wir freuen uns, dass wir als nachhaltiger SecondHand-Shop und noch dazu als gemeinnütziges Beschäftigungsprojekt „Mein Laden“ zu diesem wichtigen Umdenken beitragen dürfen“, so Martin Giefing, Vorsitzender von „Mein Laden“.

Heuer feiert der Secondhand-Laden,der auch neben dem Geschäft auch Entrümpelungs- und Übersiedlungsservices anbietet, sein 15-jähriges Bestehen und kann nicht nur mit gutem Gebrauchten Eindruck machen. Rund 550 Langzeit-Arbeitssuchende waren bisher im Projekt beschäftigt.

Seit 2009 550 Langzeit-Jobsuchende im AMS-Jobprojekt „Mein Laden“ beschäftigt

Ob beim Entrümpeln oder beim Übersiedeln: wer nicht alles selbst schleppen will, ruft beim „Laden“, wie er im Bezirk umgangssprachlich genannt wird, an und holt sich Hilfe. Die sogenannten „Transitarbeitskräfte“, zuvor Langzeit-Arbeitssuchende, helfen beim Aus- und Umräumen, bei Gartenarbeiten und in Ausnahmen auch beim „sich endlich von alten Sachen trennen“. Im Secondhand-Shop „Mein Laden“ in der Michael Koch Straße in Mattersburg warten dann jene Stücke, die noch hübsch und für andere brauchbar sein können, auf eine oder einen neuen Besitzer.

Mein Laden in Mattersburg: Nachhaltiger Secondhand-Shop für Jung und Alt 

Nach einer Inspektion durch die Mitarbeiterinnen des Shops kann man vielem, was gespendet wird, neues Leben einhauchen. Denn nicht alles, was alt ist, ist automatisch schlecht. Mit diesem Grundgedanken entstand auch die Gründungsidee vom Secondhand-Shop. Wie die meisten Familien, stand auch die ehemalige Hirmer Bürgermeisterin Inge Posch-Gruska in ihrem Leben vor der Herausforderung mehrere Haushalte zusammen legen zu müssen. Viele Gebrauchsgegenständen existierten plötzlich doppelt oder dreifach. Da kam ihr die Idee: 

Es sei doch zu schade alles zur Mülldeponie zu bringen und – obwohl noch funktionstüchtig – einfach wegzuschmeißen. Heute begeistert das Secondhand-Geschäft in der Bezirkshauptstadt mit allerlei Altwaren.

Mein Laden: Moderner Webshop für alle, die auch von zuhause „Secondhand“ kaufen wollen 

Zu einem Großteil wird der Laden bis heute vom AMS, sowie vom Land Burgenland und durch Eigenerlöse finanziert. 2021 übergab Inge Posch-Gruska nach über zehn Jahren an der Spitze des Projekts an den Neudörfler Martin Giefing. Der Kommunalpolitiker initiierte, dem Zeitgeist entsprechend, einen modernen Webshop. 

„Dort verkaufen wir jene Produkte, die etwas hochwertiger sind und über die sich vor allem „Kenner:innen“ besonders freuen. Seit etwa einem Jahr ist der Webshop jetzt online. Unzählige Produkte fanden so unkompliziert und digitial neue und glückliche Besitzer:innen.“

Aber wie es der Zeitgeist will, sind leider auch die modernsten Entwicklungen und Projekte nicht vor allen politischen Angriffen sicher. Giefing macht sich Sorgen, dass die Politik wie bei anderen Beschäftigungsprojekten auch bei „Mein Laden“ den Sparstift ansetzen möchte. Das gilt es zu verhindern, meint er. Denn das Projekt löst zwei Probleme gleichzeitig: Langzeitarbeitslosigkeit und Verschwendung.

„Mein Laden“ feiert heuer sein 15-jähriges Bestehen. Am 17. Mai fand im Secondhand-Geschäft in der Michael Koch-Straße in Mattersburg ein „Tag der offenen Tür“ statt. // V.l.n.r.: Vereins-Stellvertreterin Sandra Puntigam, „Mein Laden“- Vereinsvorsitzender Martin Giefing, Bürgermeisterin Claudia Schlager, LAbg. Roland Fürst, LH-Stv. Astrid Eisenkopf, SPÖ-Bezirksvorsitzender Thomas Hoffmann, AMS-Landesgeschäftsführerin Helene Sengsbratl, LAbg. Dieter Posch, Vizebürgermeisterin Eva Schachinger, Bürgermeisterin Ulrike Kitzinger // Bildcredits: Mein Laden.
NeueZeit Redaktion

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