Steiermark

SPÖ fordert Investition vom Bund: „Murtal-Murau darf nicht am Abstellgleis landen!“

Sie gilt als Jahrhundertprojekt: Ende 2025 soll die Koralmbahn die Steiermark und Kärnten auf direktem Weg verbinden. Pendler fahren dann in nur 45 Minuten von Graz nach Klagenfurt – statt wie bisher umständlich in fast drei Stunden um die Koralpe herum. Damit die westliche Obersteiermark nicht abgehängt wird, fordert die SPÖ für die Region Murtal-Murau bessere Taktungen und mehr Geld von der Bundesregierung.

Mit der Verbindung der Koralmbahn auf 130 Kilometer entsteht ein neuer wirtschaftlicher Großraum, der Investitionen und Arbeitsplätze in die Region holen soll. Doch bringt die neue Verkehrsachse nicht nur Freude. Während sie die Weststeiermark aufwertet, werden Strecken in der westlichen Obersteiermark wohl künftig weniger genutzt. Der Regionalverband der SPÖ sorgt sich, dass speziell der Bezirk Murtal-Murau abgehängt wird. Wirtschaft und Tourismus könnten erheblich leiden. Die Partei macht deswegen mit einer Petition Druck auf Türkis-Grün.

SPÖ-Einsatz für Region erfolgreich: Direktverbindungen zwischen Villach und Wien beibehalten

In der Petition fordert die SPÖ in der Region unter anderem eine Fortführung der Direktverbindung zwischen Villach und Wien, die mit Eröffnung der Koralmbahn nur noch am Wochenende fahren soll. Die Sozialdemokraten rufen den Bund dazu auf, die Strecke bis nach Neumarkt im Stundentakt auszubauen und zusätzliche Abendverbindungen einzurichten. Möglichst rasch soll die Lücke der S36 zwischen Judenburg und St. Georgen geschlossen werden. Die Schnellstraße soll von Unzmarkt bis Scheifling führen.

Die Petition der SPÖ Steiermark schaffte es sogar bis in den Nationalrat. V.l.n.r.: SP-Regionalgeschäftsführerin Obersteiermark-West Petra Weiss, Nationalratsabgeordneter Max Lercher, Zweite Landtagspräsidentin in der Steiermark Gabriele Kolar und Landtagsabgeordneter in der Steiermark Wolfgang Moitzi

Die Petition will auch die Murtalbahn erhalten. Seit Jahren diskutiert man über die Zukunft der Verbindung, doch dem Land Steiermark fehlen die Mittel, um eine Modernisierung fortzutreiben. Die SPÖ forderte deswegen wiederholt mehr Unterstützung vom Bund. Die ÖVP sei überall in Verantwortung, nun müsse die sie endlich auch handeln und die Region auf Schiene bringen, heißt es seitens der Sozialdemokraten.

Kritik an ÖVP: In Verantwortung, Region auf Schiene zu bringen

Der Bund steht ohnehin für die Infrastruktur in der Region in der Pflicht. Denn lange hatte das Verkehrsnetz im Süden Österreichs das Nachsehen gegenüber dem Westen des Landes. Auch die Fertigstellung der Koralmbahn war eigentlich für 2024 geplant, hatte sich dann aber aus „geologischen Gründe“ verzögert. Zuletzt habe man vor allem den Busverkehr in der Region mit dem RegioBus Steiermark verbessert. Großer Beliebtheit freut sich die Linie Nightline Murtal. Seit 2015 bietet sie Nachtschwärmern bis in die frühen Morgenstunden einen sicheren Heimweg.

NeueZeit Redaktion

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