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Die Wartezeiten auf Knie- und Hüftoperationen haben sich in Oberösterreich innerhalb von nur vier Jahren deutlich verlängert. Mussten Patient:innen im Jahr 2022 maximal 44 Wochen auf ein neues Knie warten, sind es Ende 2025 bereits bis zu 87 Wochen. Auch Kinder sind von langen Wartezeiten betroffen: Auf Eingriffe wie die Entfernung von Nasenpolypen oder Behandlungen bei Paukenerguss warten sie teils viele Monate.
Die Wartezeiten auf Knie- und Hüftoperationen haben sich in Oberösterreich nahezu verdoppelt. Vor zwei Jahren betrug die Wartezeit auf Hüft- oder Knie-OPs noch 44 Wochen, Neue Zeit hat berichtet. Ende 2025 warteten Patient:innen bereits bis zu 87 Wochen, bei Hüftoperationen bis zu 84 Wochen. Das bestätigt eine neueAnfragebeantwortung von Gesundheitsreferentin LH-Stv. Christine Haberlander.
Scharfe Kritik kommt von SPÖ-Gesundheitssprecher Peter Binder. Besonders problematisch sei aus seiner Sicht, dass Privatversicherte deutlich schneller operiert werden als Patient:innen der allgemeinen Klasse: „Wenn bis zu 20 Prozent der Patientinnen – in manchen Bereichen sogar mehr – auf die Sonderklasse zurückgreifen, offenbart das ein Systemversagen. Bis zu 18 Wochen müssen etwa Patient:innen der allgemeinen Klasse länger als Sonderklasse-Versicherte im Spital Pyhrn-Eisenwurzen auf eine neue Hüfte warten.“
Auch Kinder sind von den langen Wartezeiten betroffen. Sie warten je nach Krankenhaus teils über ein Jahr auf notwendige HNO-Eingriffe, darunter Nasenpolypen-Operationen und Behandlungen bei Paukenerguss. Für Kleinkinder können solche Verzögerungen besonders belastend sein, weil unbehandelte Erkrankungen ihre Entwicklung beeinträchtigen können.
„Die schwarz-blaue Koalition propagiert bei jeder Gelegenheit, das Kinderland Nummer1 zu sein und lässt gleichzeitig Kinder in Sachen Gesundheitsversorgung monatelang warten“, kritisiert SPÖ-Landesgeschäftsführerin Nicole Trudenberger.
Der Personalmangel verschärft die Situation zusätzlich. Im Linzer Kepler-Klinikum mussten 129 Betten primär wegen fehlenden Personals gesperrt werden, im Ordensklinikum 97 Betten. Der Ärzt:innen– und Pflegekräftemangel ist damit eine zentrale Ursache für die explodierenden Wartezeiten.
„Gesundheitsreferentin Christine Haberlander trägt die Verantwortung, diesen Missstand zu beheben und die Wartezeiten deutlich zu reduzieren. Denn wenn Menschen monatelang trotz Schmerzen auf Operationen warten müssen, schadet das allen Beteiligten: Die Patient:innen leiden unnötig, und das System verursacht erhebliche Mehrkosten durch zusätzliche Arztbesuche, Medikamente und Arbeitsausfälle“, so Peter Binder.
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