Burgenland

Kampfansage an den Klimawandel: Das Burgenland baut die größte Photovoltaik-Anlage Österreichs

Das Burgenland baut in Nickelsdorf die größte Photovoltaik-Anlage Österreichs. Sie soll sieben Mal größer werden als die bisher größte PV-Anlage in Wien-Schwechat. Die Nickelsdorferinnen und Nickelsdorfer sollen direkt davon profitieren: Mit dem sogenannten „SonnenAbo“ können sie einen Teil der Photovoltaik-Anlage im Ort pachten und so quasi selbst günstigen und regionalen Sonnenstrom erzeugen und beziehen.

Das Burgenland baut in Nickelsdorf die größte Photovoltaik (PV) Anlage Österreichs. Am Mittwoch erfolgte der Spatenstich für den „SonnenPark“. Ein wichtiger Schritt fürs Burgenland, das bis 2030 klimaneutral werden will.

Auch die Nickelsdorfer:innen profitieren von der Mega-Sonnenstrom-Anlage finanziell. Und zwar mit dem sogenannten „SonnenAbo“. Das ermöglicht den Einwohner:innen durch eine Pachtung der PV-Anlage, den Strom ebenfalls nutzen zu können. Der Strom in Nickelsdorf steht der Bevölkerung also günstig, nachhaltig und regional zur Verfügung. Die Nickelsdorfer sollen so ab Inbetriebnahme der Anlage im Dezember pro Haushalt durchschnittlich 150 Euro pro Jahr sparen.

So geht´s zum SonnenAbo

Mit dem „SonnenAbo“ kann man in die PV-Flächenanlage der Burgenland Energie langfristig pachten und so seinen eigenen Sonnenstrom erzeugen. In Nickelsdorf kann man sich jetzt schon auf der Burgenland Energie Homepage für die Pachtung der Sonnenenergie anmelden. Wer über weitere PV-Projekte im Bundesland informiert werden möchte, kann sich dort auch für den Newsletter anmelden. Dieser informiert die Abonnenten:innen dann, sobald das „SonnenAbo“ auch in deren Heimatgemeinde verfügbar ist.

Was ist eine Photovoltaik Anlage?
Eine „PV-Anlage“ ist eine Solarstromanlage, die mittels Solarzellen einen Teil der Sonnenstrahlung in elektrische Energie umwandeln kann. Diese Art der Energieumwandlung bezeichnet man Photovoltaik.

Bisher befand sich die größte PV-Anlage auf dem Flughafen in Wien-Schwechat – mit 24 Hektar. Die PV-Anlage in Nickelsdorf soll sieben Mal so groß werden.

Im ganzen Burgenland wird eine Fläche von 3.200 Hektar benötigt, um bis 2030 klimaneutral zu werden. Das sind rund 0,8 Prozent der Fläche des ganzen Bundeslandes. Rund 500 Hektar Photovoltaikpaneele können auf den Dächern gebaut werden, die restlichen 90 Prozent müssen auf Freiflächen erbaut werden.

Die ÖVP verwechselt Photovoltaik mit Bodenversiegelung

Dass Freiflächen für die Photovoltaik Anlagen in Nickelsdorf genutzt werden sollen, gefällt besonders der ÖVP nicht. „Dass es für das Erreichen der Klimaziele auch Freiflächen braucht, ist klar. Aber warum muss man diese auf bestes Ackerland stellen“, so ÖVP-Landtagsabgeordneter Walter Temmel. Was Temmel vergisst: Dieses „beste Ackerland“ wird nicht zerstört, da de facto keine Bodenversiegelung stattfindet. Es wird nichts betoniert, es werden nur Steher in den Boden gebohrt.

Auch der Klubobmann der SPÖ Burgenland, Robert Hergovich, kann diese Kritik nicht verstehen: „Wer gegen diese Quellen der Erneuerbaren Energie ist, der stützt die russische Abhängigkeit. Wir machen aus Wind Energie, wir machen aus Sonne Strom und das machen wir konsequent in den nächsten Monaten und Jahren – bis das Burgenland CO2-neutral ist.“

Bodenversiegelung

Bodenversiegelung in Österreich

In Österreich werden täglich 12,9 Hektar Boden verbaut – 41,2 % davon werden versiegelt. Damit man sich 12,9 Hektar besser vorstellen kann: Das sind rund 20 Fußballfelder. Für die Wirtschaft kurzfristig super, da sie vom Bau von Siedlungen, Gewerbegebieten, Parkplätzen profitiert. Die Natur aber leidet langfristig unter den Bodenversiegelungen.

Was ist eine Bodenversiegelung?

Eine Bodenversiegelung ist eine Verbauung von einer freien Fläche in der Natur mit einer wasserundurchlässigen Schicht. Dieser natürliche Boden wird durch Bauwerke (Straßen, Siedlungen, Gewerbegebiete,etc) zerstört. Dadurch gehen alle biologischen Funktionen des Bodens verloren. Es kann kein Niederschlag mehr in den Boden eindringen. Es gibt sichtbare und nicht-sichtbare Versiegelungen. Nicht sichtbare Bauwerke sind unter der Erde, wie zum Beispiel Leitungen, Kanäle oder Fundamente.

Zusätzlich ermöglichen die PV-Anlagen landwirtschaftliche Nutzungen: Zwischen den Modulreihen sorgen Blühwiesen für neuen Lebensraum für Insekten und Wildtiere. Ebenso soll die Fläche durch Nutztierhaltung mit Schafen landwirtschaftlich genutzt werden. Insgesamt stehen 36 Prozent der Fläche im Burgenland unter Naturschutz. Diese Quote ist österreichweit einzigartig.

Lena Fürst

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