Gesellschaft

Zwischen Wienerlied und Rock: SEELOMAT im Interview

Mit „So jung“ stellt die Wiener Musikformation SEELOMAT rund um den Liedermacher Gerhard Grasböck ihr Debüt-Album vor, erschienen auf dem Dialektmusik-Label Eiffelbaum Records. Die Lieder greifen in bisher noch nicht dagewesener Weise Einflüsse aus Volksmusik und Wienerlied auf und vermischen sie mit Elementen der österreichischen und internationalen Rock-Pop-Geschichte. Saxophon und Ziehharmonika, Keyboards, Gitarren und Cello kommentieren die Texte musikalisch und tragen uns in breitere genreübergreifende Klangräume. Zweistimmig besungen werden herzlich-hoffnungsvolle genauso wie melancholisch-fatalistische Augenblicke des Lebens. Wir baten Liedermacher und Frontman Gerhard Grasböck zum ersten Interview. 

Wie kommt man auf den Namen „SEELOMAT“?

Das Band-Projekt SEELOMAT ist ursprünglich aus einer Performance-Reihe zur Zeit der Bundespräsidenten-Wahl van der Bellen und Hofer entstanden. Wir hatten damals bei einem Videodreh sehr viel Spaß und entschlossen, uns musikalisch weiterzuarbeiten. Die ursprüngliche Grundidee, auf die sich der Bandname bezieht, ist uns mittlerweile von einer großen Firma, welche Haushaltsgeräte herstellt, untersagt worden, aber in Zeiten wie diesen ist auch eine Seele, welche, sollte sie existieren, wie ein Automat dahinfunktioniert, ein Bild aus dem sich Lieder entwickeln lassen.

Wie kommt ihr, wie kommst du auf deine Lieder? Was kommt zuerst, Text oder Musik?

Da musizieren Teil meines Alltags ist und ich gerne und oft auf der Gitarre herumzupfe, gibt es vielerlei Gelegenheiten für Lieder zu mir zu kommen. Meistens ist es die Musik, welche vorstellig wird und ich zum Anlass nehme passende Text-Fragmente auszuloten. Dann beginnt die Arbeit an dem Lied. Nur wenige meiner Lieder sind umgekehrt entstanden. Einfallen tun mir die Lieder bei Spaziergängen durch die Wiener Stadt oder den Wienerwald. Da hüpft dann ein Text durch das Hirn und will zuhause mit Akkorden ausgestattet werden.

Wie fühlt es sich an auf der Bühne zu stehen?

Nach vielen, vielen Auftritten und Vorstellungen und Performances ist immer noch derselbe Nervenkitzel und dasselbe Magengrummeln vor dem nächsten Live-Konzert. Fluchtgedanken entstehen und Gründe werden gesucht dem Ereignis aus dem Weg zu gehen. Dann auf der Bühne vor den Menschen versuche ich loszulegen und meistens dauert es ein bis zwei Lieder, bis ich mich ganz dort oben angekommen fühle. Aber dann beginnt eine tranceartige musikalische Reise, welche großes Vergnügen bereitet und mich am Ende eines Konzertabends satt zurücklässt.

Was hoffst du zu erreichen/auszulösen bei den Menschen, die deine Musik zu hören?

Am Grunde der Musik liegen viele Möglichkeiten, auf Menschen zuzugehen. Musik ermöglicht es mir Menschen Freude zu bereiten, ihnen das Gefühl zu vermitteln, dass sie nicht alleine sind. Zu den schönsten Konzertabenden für mich zählen jene, wo ich nach dem Konzert das starke Gefühl empfinde, mit den Menschen eineinhalb Stunden gemeinsam verbracht zu haben. Eine kleine Feier des Lebens gemacht zu haben.

Mit welchem Künstler würdest du dich am ehesten gerne vergleichen lassen?
Welche Künstler sind Vorbilder für dich?

Es ist eine lange Liste an musikschaffenden Menschen, welche sowohl Vorbilder waren und sind, als auch meine musikalische Entwicklung beeinflusst haben. Und je nach musikalischem Projekt beziehe ich mich auf andere KünstlerInnen. Beim aktuellen Projekt, dem eben erschienen Album „So Jung“, habe ich ja meine Nase in den Austropop gesteckt und dort gibt es natürlich einige Vorereignisse, auf die es sich beziehen lässt. Laut „Falter“ lässt sich Georg Danzer raushören…

 

Das Debüt-Album von SEELOMAT „So jung“ ist erhältlich auf allen gängigen Streaming-Plattformen

und kann als CD direkt bei der Band bestellt werden.

NeueZeit Redaktion

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