Wien

Wiener Donauinsel: Naherholungsgebiet und Hochwasserschutz vereint

Die Donauinsel in Wien ist eines der beliebtesten Naherholungsgebiete der Stadt. Sie hat aber noch eine zweite essentielle Funktion: den Hochwasserschutz. In den frühen 70er Jahren wurde durch eine Idee der SPÖ und gegen die Stimmen der ÖVP die Donauinsel geplant und wenige Jahre später gebaut. In den Jahrzehnten hat sie sich schon mehrfach bewährt und die Wienerinnen und Wiener vor Hochwasser geschützt.

Seit der Gründung der Stadt Wien hatte sie mit Hochwasser zu kämpfen. Der Grund dafür: die Donau. Denn die floss bis zur Begradigung um 1875 noch mit vielen Nebenflüssen durch die Stadt. Aber auch die Zusammenführungen aller Seitenarmen der Donau und die Dämme an den Ufern brachten nicht die nötige Sicherheit vor dem Hochwasser. Also beschloss 1972 der Gemeinderat, angeführt von der SPÖ und entgegen den Stimmen der ÖVP, eines der größten Bauprojekte der Stadt: die 21 Kilometer lange Donauinsel.

Hochwasserschutz in Aktion: So funktioniert die Donauinsel

Aber wie funktioniert das jetzt mit dem Hochwasserschutz genau? Wenn wie Anfang September große Wassermassen durch die Donau fließen, öffnet das Magistrat für Wiener Gewässer das Einlaufbauwerk im nördlichen Teil der Donau, genauso wie die zwei anderen Dämme inmitten der Neuen Donau. So können die Wassermassen auch in die Neue Donau fließen und der Fluss kann deutlich mehr Wasser aufnehmen. Außerdem ist die Donauinsel so gebaut, dass sie bei Hochwasser als erstes überflutet wird. So bleibt Wien weitestgehend trocken. In den letzten Jahrzehnten hat sich der Bau schon mehrfach bewährt und geht als eines der erfolgreichsten Bauprojekte der Stadt in die Geschichte ein.

Das Einlaufbauwerk der Neuen Donau. Bei Hochwasser wird es geöffnet, so verhindert die Stadt Überschwemmungen.
Bildcredits: C.Stadler/Bwag, via Wikimedia Commons

Donauinsel: Naherholungsgebiet und Festival-Location

Die Donauinsel ist heute für die Wienerinnen und Wiener nicht mehr wegzudenken. Sie bietet Platz für sonnige Tage zum Baden, einen Lebensraum für Tiere und eine Location für das jährliche Donauinselfest. Mit dem Bau der Donauinsel hat die Stadt auch die Neue Donau geschaffen. Diese ist mit mehreren Staudämmen unterteilt, die aber nur bei Hochwasser geöffnet werden. Das macht die Neue Donau für die restliche Zeit zu einem stehenden Gewässer. Dadurch entsteht die unterschiedliche Färbung des Wassers. Dabei ist die Wasserqualität ideal zum Baden, was auch auf die Donauinsel zurückzuführen ist. Da der Wasserstand der Donau über dem der Neuen Donau liegt, fließen Teile des Wassers durch die Donauinsel hindurch und in die Neue Donau hinein. So kommt immer frisches Wasser in das stehende Gewässer und man kann in der Neuen Donau ideal baden.

Erik Mehrle

Erik hat mit 16 mit Poetry Slams begonnen und so seine Liebe für's Schreiben entdeckt. Durch ein Praktikum ist er zur NeuenZeit gekommen - um zu bleiben. Neben seiner Arbeit als Redakteur hilft er uns bei jedem technischen Problem und managed im Hintergrund alles, damit unser Redaktionsalltag rund läuft. Wenn er nicht in der Redaktion ist, spielt er leidenschaftlich Schach und Poker, liebt Filme schauen und versucht sich im Programmieren - gerade lernt er die Programmiersprache Python.

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Erik Mehrle
Tags: Donau Donauinsel Hochwasser Hochwasserschutz Neue Donau

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