Steiermark

Wahnsinn! FPÖ Graz Klubdirektor veruntreut eine halbe Million Euro Steuergeld

Die Affäre um den Missbrauch von Steuergeld durch die FPÖ Graz nimmt immer dramatischere Formen an. Letzte Woche traten Parteichef Eustacchio und Klubobmann Sippel zurück, weil sie sich an Klubförderungen bereichert haben. Das war jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Matthias Eder, blauer Klubdirektor und Finanzreferent, veruntreute ebenfalls Steuergeld. So entstand ein Schaden von 500.000 Euro.

Spitze der FPÖ Graz bereichert sich in großem Umfang mit Steuergeld

Mit dem Slogan „Unser Geld für unsere Leut“ tourten die Freiheitlichen jahrelang durch die Steiermark. Wie der Spruch genau gemeint war, stellt sich in den letzten Wochen heraus. „Unser Geld“ ist das Geld des Steuerzahlers und „unsere Leut“ sind Top-Funktionäre der FPÖ. Diese Praxis fliegt den Blauen jetzt in Graz um die Ohren.

Seit Anfang Oktober erschütterte ein gewaltiger Skandal die Stadtpartei. Parteichef Mario Eustacchio und Klubobmann Armin Sippel haben sich jahrelang mit Steuergeld bereichert. Konkret verwendeten sie Klubförderungen, um ihr eigenes Einkommen aufzubessern und schlagende deutschnationale Burschenschaften zu unterstützen. Der Schaden für den Steuerzahler beläuft sich auf bis zu 70.000 Euro pro Jahr. Mittlerweile sind sowohl Sippel als auch Eustacchio von ihren Funktionen zurückgetreten.

Finanzreferent der FPÖ Graz veruntreute 500.000 Euro

Die Machenschaften der beiden FPÖ-Topfunktionäre sind aber anscheinend nur die Spitze des Eisbergs. Vor Kurzem wurde bekannt, dass Matthias Eder, Klubdirektor und Finanzreferent, seit 2008 mindestens 500.000 Euro an öffentlichen Geldern veruntreut hat. Wie schon Sippel und Eustachio bereicherte er sich an Klubförderungen. Eders Gier dürfte jedoch noch ein Stück größer gewesen sein. Das zeigt schon die horrende Summe von einer halben Million Euro.

An seiner Schuld besteht übrigens kaum noch Zweifel, da er bereits Selbstanzeige erstattet hat. Er legte außerdem seine Funktionen zurück und trat aus der FPÖ aus.

In seiner Gesamtheit betrachtet wirft der Skandal ein entlarvendes und zugleich katastrophales Licht auf die freiheitliche Partei. Über Jahr hinweg bedienten sich drei der höchsten Funktionäre der Grazer Stadtpartei schamlos am Geld der Steuerzahler. Gleichzeitig wetterte sie gegen hohe Politikergagen. Ein größeres Ausmaß an Doppelmoral ist kaum möglich.

Konsequenzen auch auf Ebene des Magistrats

Besonders brisant ist die Tatsache, dass Eder hochrangiger Mitarbeiter des Magistrats Graz war. Seit 2019 fungierte er als Leiter der Immobilienabteilung der Stadt Graz. Diesen Job ist er mittlerweile auch los.

Die Tatsache, dass er überhaupt an der Spitze der Immobilienabteilung landete, ist dem unter Bürgermeister Nagl etablierten System der Postenbesetzung geschuldet. Viele Jahre lang erhielten Vertraute des ÖVP-Bürgermeisters und Funktionäre der FPÖ Leitungsfunktionen im Grazer Magistrat. Nach der schwarz-blauen Wahlniederlage dürfte diese Praxis der Vergangenheit angehören. Kommunisten, Sozialdemokraten und Grüne, welche die Stadt alle Voraussicht nach in Zukunft regieren, kündigten bereits an, im Bereich der Postenbesetzungen transparent zu agieren. So soll die Stelle des Leiters der Immobilienabteilung schnell und sauber nachbesetzt werden.

In der Zwischenzeit ermittelt die interne Revision des Grazer Magistrats gegen Eder. Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass der FPÖ-Skandal weitere Kreise zieht.

Martin Amschl

Ähnliche Artikel

  • Gesellschaft

Feiern mit Folgen: Wenn die Silvesternacht für Tiere zur Stressfalle wird

Der Jahreswechsel ist für viele Menschen ein Anlass zum Feiern. Für Haus- und Wildtiere jedoch…

28. Dezember 2025
  • Teuerung

Weihnachten 2025: Sparen & spenden statt schenken

Eine aktuelle Umfrage von Deloitte zeigt, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung plant, zu Weihnachten…

20. Dezember 2025
  • Klagenfurt

Klagenfurt: Erneuter Überstunden-Eklat bringt FSP unter Druck

Die Auszahlung eines hohen Überstundenkontos von Vizebürgermeister Patrick Jonke (FSP, vormals Liste Scheider) sorgt erneut…

20. Dezember 2025
  • Niederösterreich

Milliardenumsätze bei EVN: 162 Mio. Euro Dividende sorgen für Debatte um Energiepreise

Die EVN hat im Geschäftsjahr 2024/25 erneut ein hohes Ergebnis erzielt. Zwar ging der Gewinn…

19. Dezember 2025
  • Oberösterreich

UNIMARKT: Acht Filialen schließen fix vor Weihnachten

Wie seit September 2025 bekannt, zieht sich die Supermarktkette UNIMARKT mit Sitz in Traun (Bezirk…

18. Dezember 2025
  • Frauen

Wie „My Voice, My Choice“ sichere Abtreibung zur EU-Agenda macht

Mehr als 20 Millionen Frauen in Europa haben keinen verlässlichen Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen. Dass…

18. Dezember 2025