Oberösterreich

Skigebiet Kasberg vor dem Aus: Eingliederung in die OÖ Seilbahnholding als letzte Chance

Der Kasberg im Almtal steht erneut an einem Wendepunkt. Trotz laufendem Skibetrieb und positiver wirtschaftlicher Effekte fehlt weiterhin eine langfristige Absicherung. Eine aktuelle Studie warnt vor erheblichen Folgen für Tourismus und Region, sollte es nach der Saison zu keiner politischen Entscheidung über die Zukunft der Bergbahn kommen.

Obwohl die Fördergenossenschaft „Lebenswertes Almtal“ den Betrieb der Kasbergbahn seit der Insolvenz 2023 als Mitgesellschafter übernommen und in den letzten beiden Wintern wirtschaftlich positiv geführt hat, sind dringende Investitionen in Millionenhöhe nötig, um den Bergbahnbetrieb zukunftsfähig zu machen. Ohne diese Investitionen sei der Winterbetrieb nicht konkurrenzfähig. Schon in der laufenden Saison verzögerte eine veraltete Beschneiungsanlage den Saisonstart erheblich.

Investitionen, Nutzen, Risiko

Wirtschaftsexperten der Johannes Kepler Universität Linz haben errechnet, was auf dem Spiel steht: Investitionen von rund 88 Millionen Euro – vor allem in Hotels, Infrastruktur und moderne Schneeanlagen – könnten innerhalb von drei Jahren rund 69 Millionen Euro Wertschöpfung bringen und bis zu 940 Arbeitsplätze sichern oder schaffen. Gleichzeitig warnt die Studie, dass ohne strukturelle Sicherung ein massiver wirtschaftlicher Einbruch in der Region droht.

SPÖ fordert endlich Umsetzung

Die SPÖ Oberösterreich fordert Landesrat Markus Achleitner (ÖVP) nachdrücklich dazu auf, den seit Juli 2023 vorliegenden Antrag auf Eingliederung des Kasberg in die OÖ Seilbahnholding endlich umzusetzen. SPÖ-Abgeordneter Mario Haas bezeichnet dies als „letzte Chance, um das Familienskigebiet zu erhalten“ und kritisiert die Untätigkeit der Landesregierung trotz einer Petition mit knapp 30.000 Unterzeichner:innen.

„Schlüssel umdrehen“ als letzte Konsequenz

Die Betreibervereinigung stellt klar: Gelingt die Eingliederung nicht, ist der Kasberg nach Saisonende nicht zu halten. Dann droht bereits Ende April 2026 das Ende des Bergbahnbetriebs inklusive Rückbau der Anlagen und Stilllegung des Geländes.

Landesrat Achleitner weist darauf hin, dass aktuell eine externe Prüfung der wirtschaftlichen, rechtlichen und technischen Bedingungen laufe, in die die Studie einfließe. Eine Entscheidung steht jedoch weiterhin aus.

Das ist das Familienskigebiet Kasberg
Der Kasberg ist ein klassisches Familien- und Einsteiger-Skigebiet mit rund 23 Pistenkilometern und 14 Liftanlagen. Er ist in Oberösterreich besonders für seine familienfreundliche Infrastruktur und leistbaren Preise bekannt und gilt als wichtiges touristisches Standbein für die Region.
NeueZeit Redaktion

Share
Veröffentlicht von
NeueZeit Redaktion
Tags: Achleitner Familienskigebiet Kasberg Mario Haas Skigebiet SPÖ Oberösterreich

Ähnliche Artikel

  • Frauen

Nach Frauenmorden: Kann Fußfessel Hochrisiko-Gefährder stoppen?

Tödliche Gewalt gegen Frauen bleibt in Österreich ein gravierendes Problem. Zuletzt sorgten Fälle in der…

17. Januar 2026
  • Niederösterreich

Energiegemeinschaft Trumau knackt die Millionenmarke!

Die Energiegemeinschaft Trumau versorgt ihre Mitglieder mit günstigem, regionalem Strom und erreicht nun einen weiteren…

14. Januar 2026
  • Allgemein

2026 im Überblick: Auf diese Verbesserungen können wir uns heuer freuen

Umsatzsteuerfreie Hygieneprodukte, höherer Pendlereuro, 500 Millionen Euro Gesundheitsreformfonds – das und vieles mehr bringt der…

13. Januar 2026
  • Niederösterreich

St. Pölten wählt am 25. Jänner

Am 25. Jänner wird in St. Pölten ein neuer Gemeinderat gewählt. Rund 60.000 Einwohnerinnen und…

7. Januar 2026
  • Gesellschaft

Feiern mit Folgen: Wenn die Silvesternacht für Tiere zur Stressfalle wird

Der Jahreswechsel ist für viele Menschen ein Anlass zum Feiern. Für Haus- und Wildtiere jedoch…

28. Dezember 2025
  • Teuerung

Weihnachten 2025: Sparen & spenden statt schenken

Eine aktuelle Umfrage von Deloitte zeigt, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung plant, zu Weihnachten…

20. Dezember 2025