Politik

ÖVP-Kanzler Kurz ist überfordert: Corona-Infektionen steigen, Regierung im Wirr-Warr

Während die Corona-Infektionen weiter steigen, verstrickt sich die Bundesregierung in Widersprüchen. Zur Zeit des Lockdowns hielt die schwarz-grüne Regierung 48 Pressekonferenzen ab. Die Botschaften reichen von „Hunderttausende werden sterben“ bis „wir haben es geschafft“. ÖVP-Kanzler Kurz kennt sich offensichtlich selbst nicht mehr aus.

Die Österreicherinnen und Österreicher leben nun schon seit mehr als einem halben Jahr mit dem Corona-Virus. Viele gehen dabei an ihre Grenzen: Beschäftigte im Gesundheitsbereich arbeiten unter besonderen Bedingungen, Großeltern verzichten auf Umarmungen ihrer Enkelkinder, Hundertausende verlieren ihre Arbeit. Die schwarz-grüne Bundesregierung fällt unterdessen vor allem durch zwei Dinge auf: das Abhalten von Presskonferenzen und ein Zick-Zack Kurs, bei dem sich niemand mehr auskennt.

48 Pressekonferenzen der Regierung, nur 2,5% Sendezeit für Opposition

Allein zu Beginn der Krise, im Zeitraum von 27. Februar bis 10. April, hielt die Regierung 48 Pressekonferenzen ab. Das ist mehr als eine pro Tag. Noch nie waren Kanzler Kurz und seine Minister in den Medien so präsent. In den ORF-Hauptnachrichten, der Zeit im Bild, erhielt die Opposition Anfang April nur 2,5% der Corona-Sendezeit.

Die Botschaften, die die Regierung dabei aussendet, sind widersprüchlich. Warnte ÖVP-Kanzler Kurz anfangs noch davor, dass „jeder irgendjemanden kennt, der an Corona verstorben ist“, verkündete er zwischendurch sogar das Ende der Pandemie. Am 13. Juni schrieb Kurz auf Facebook: „Wir haben die gesundheitlichen Folgen der Krise überstanden“.

Gesundheitliche und wirtschaftliche Krise

Davon kann aber keine Rede sein. Die täglichen Neuinfektionen klettern im September wieder auf das Niveau während des Lockdowns im März und April. Die Krise ist nicht vorbei und Österreich auch nicht „Corona-Weltmeister“, wie die Regierung behauptet. Die widersprüchlichen Botschaften zeigen: ÖVP-Kanzler Kurz ist mit dem Krisen-Management offensichtlich überfordert.

Die Corona-Infektionen in Österreich steigen rasant. // Grafik: https://coronavirus.datenfakten.at/

Nicht nur die Gesundheits-Krise ist noch nicht überstanden, auch die wirtschaftliche trifft Österreich mit voller Härte. So will etwa der Lastwagenbau-Konzern MAN seinen Standort in Steyr schließen, 2.300 Beschäftigte stehen vor der Kündigung. Auch der steirische Elektromotoren-Hersteller ATB steht vor dem Aus, 360 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Auf Hilferufe der Beschäftigten reagiert Kanzler Kurz wie berichtet nicht.

Die Corona-Botschaften von Kurz

  • Hunderttausende werden sterben.
  • Jeder wird wen kennen.
  • Alles halb so schlimm.
  • Wir sind besser durch die Krise gekommen als alle anderen.
  • Es wird wieder ernst.
  • Licht am Ende des Tunnels.
  • Wir müssen mehr tun.
  • Andere müssen mehr tun.
Philipp Stadler

Ähnliche Artikel

  • Frauen

Raves in Wien: Die musikalische Renaissance einer Stadt

Ob in verlassenen Industriehallen oder Open-Air-Locations mitten in der Stadt – Raves verwandeln ganz Wien…

3. April 2025
  • Niederösterreich

Niederösterreich: Gesundheitsplan 2040+ ist da, alles Wichtige hier

Der neue Gesundheitsplan 2040+ für Niederösterreich ist da. Das hat der Landtag fast einstimmig beschlossen.…

2. April 2025
  • Österreich

Pflegeregress vor Comeback? Will ÖVP-Bürgermeister wieder ans Privatvermögen? – Kritik wächst

Wer heute ins Pflegeheim muss, muss nicht mehr fürchten, Haus oder Erspartes zu verlieren –…

31. März 2025
  • Kärnten

Gefahr im Netz: Handyführerschein soll Cybermobbing bekämpfen

Ein Navi im Netz - das soll der neue Handführerschein für Kinder und Jugendliche sein.…

28. März 2025
  • Gesellschaft

„Letzte Runde?“ – Wie Österreichs Wirtshauskultur am Leben bleibt!

Österreichs Wirtshauskultur steckt in der Krise: Immer mehr Gemeinden verlieren ihren letzten Treffpunkt, immer mehr…

28. März 2025
  • Fokus Arbeit

Das bringt dir eine Arbeitsstiftung: Vier Jahre unterstützte Jobsuche und Zeit für berufliche Umorientierung

Wenn Unternehmen zusperren, stehen die Arbeiter:innen vor dem Nichts - außer es gibt eine Arbeitsstiftung.…

27. März 2025