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Die Arbeit aufs Land lenken

Durchdachte Konzepte zur Entwicklung der Regionen sind Voraussetzung für Chancengerechtigkeit Foto: Unsplash/ 小谢

„Laptop und Lederhose“ – dieser historische Ausspruch ist ziemlich zeitgleich im Freistaat Bayern und in der Steiermark gefallen. Doch die Zuschreibung ist nicht wesentlich. Entscheidend ist, was damit im letzten Jahrzehnt des vorigen Jahrtausends zum Ausdruck gebracht werden wollte.

Es ging um das Zusammenspiel von Weltoffenheit und Technologieorientierung. Um die Kombination aus Innovation und Heimatverbundenheit. Oder anders: Es meinte, dass – Stichwort: World Wide Web – jede Bürgerin und jeder Bürger überall im Bundesland Steiermark uneingeschränkt auf das Internet Zugriff haben sollte. Damit einher sollte die Ansiedelung von Betrieben gehen, die Internet-Hightech als Basis benötigen. Damit einher sollten in der Folge Auslagerungen von Teilen der Landesverwaltung in die Regionen vonstatten gehen. Dieser Ansatz meinte insgesamt mehr Arbeitsplätze in abgelegenen Tälern und Hochebenen.

Zentrum gegen Peripherie statt regionaler Solidarität

Heute schreiben wir nicht mehr 1990, sondern 2020. 30 Jahre sind verstrichen. „Laptop und Lederhose“ bleibt nach wie vor der Sager eines Politikers, der kilometerweise auf technologische und personelle Umsetzung wartet. Etwa in jenen Teilen der Steiermark, wo es wirklich grün ist und die Leute möglicherweise Lederhose tragen. Der Kampf „Zentrum gegen Peripherie“ wird nach wie vor geführt, das Kernargument ist und bleiben die Arbeitsplätze. Gekleidet in Versprechungen von Politikerinnen und Politikern, die bis heute oftmals Worthülsen sind.

Chancengerechtigkeit

Es geht um die Gleichberechtigung der Regionen, es geht um die Chancengleichheit der abseits der Speckgürtel lebenden Menschen. Eine Auseinandersetzung, deren Gehalt in der Politik leider unterschätzt wird. Gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Teilräumen der Steiermark sind kein Würfelspiel mit Zufallsergebnissen. Sie sind vielmehr durch strategisch geplante Vorgangsweisen zu erreichen.

Es braucht durchdachte Konzepte für die Regionen

Die nachhaltige Entwicklung von Stadt und Land ist eine, die ohne Konzept, ohne Planung nicht vorankommt, wie dies auch die Politik immer wieder betont. Planung hat dabei als Anstifter für Zukunftsentwürfe zu verstehen. Und vor allem geht es um Ehrlichkeit. Wer den Regionen verspricht, dass sie nicht die Zukunftsverlierer sein werden, hat entsprechend zu handeln. Denn die Vielfalt und Eigenart der Regionen werden als Merkmale nur erhalten bleiben, wenn auch die Wirtschaft in den Regionen floriert.

Ernst Wachernig

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