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Schon wieder teurer: In Nagls Amtszeit stiegen die Grazer Öffi-Preise um 97 %

Die Bewohnerinnen und Bewohner der steirischen Landeshauptstadt leiden seit Jahren unter einem chronischen Verkehrschaos. Die Folgen sind Staus, Feinstaub und Gesundheitsschäden. Anstatt Anreize zum Öffi-Umstieg zu schaffen, werden die Öffi-Preise weiter erhöht. Ab 1. Juli kostet eine Jahreskarte für die Grazer Zone 490 Euro. Die SPÖ Graz fordert jetzt die Senkung der Ticketpreise in allen Kategorien. Langfristig wollen die Grazer Roten den Öffi-Verkehr sogar kostenlos machen.

Jährlich grüßt die Erhöhung der Öffi-Preise

Anfang Juli stellt sich Graz langsam auf den Ferienbeginn ein. Die Menschen genießen den Sommer und die Freibäder füllen sich. Gerade nach den harten Corona-Monaten sehnen sich viele nach Erholung. Leider wird die Vorfreude auf den Sommer jährlich am 1. Juli durch die Meldung über Preiserhöhungen im Bereich des öffentlichen Verkehrs getrübt. Das heurige Jahr ist dabei keine Ausnahme. So steigen die Öffi-Preise im Schnitt um 2,25 Prozent. Das ohnehin teure 24-Stunden-Ticket kostet jetzt 5,60 Euro (+ 10 Cent). Die Kosten für eine Monatskarte belaufen sich bereits auf 54,10 Euro (+ 1,60 Euro). Ganze 17 Euro wird die Jahreskarte teurer. Für sie muss jetzt schon 490 Euro hingeblättert werden. Personen mit Hauptwohnsitz bezahlen dank einer Förderung der Stadt Graz „nur“ 315 Euro für das Jahresticket. Pendlerinnen und Pendler kommen nicht in den Genuss dieser Vergünstigung. Das führt natürlich dazu, dass die Belastung durch den Berufsverkehr nicht zurückgeht.

Öffi-Preise habe sich seit Nagls Amtsantritt in Graz fast verdoppelt

Ein historischer Vergleich zeigt eindrucksvoll, um wie viel teurer der öffentliche Verkehr in Graz seit 2003 wurde. In diesem Jahr hat Langzeitbürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) sein Amt angetreten. Die Monatskarte kostete damals 27,50 Euro. Bis zum heutigen Tag hat sich der Preis auf ganze 54,10 Euro beinahe verdoppelt. In der Zwischenzeit wuchs Graz um mehr als 50.000 Menschen, während der öffentliche Verkehr stagnierte. Die Folgen sind chronische Staus, Feinstaub und Umweltbelastungen. Vor allem der Vergleich zu Wien zeigt, wie unattraktiv das Grazer Öffi-Netz ist. Während man in Wien pro Tag nur einen Euro für die Benutzung von Bim, Bus und U-Bahn bezahlt, ist Graz bei deutlich schlechterer Leistung deutlich teurer. Das rasante Bevölkerungswachstum der steirischen Landeshauptstadt wird mit Sicherheit zu einer Verschärfung des ohnehin schon großen Problems führen.

SPÖ Graz fordert Gratis-Öffis

Während es vonseiten der durch die Neuwahlankündigung Nagls frisch zerstrittenen türkis-blauen Rathauskoalition keine Pläne für Preissenkungen gibt, reagiert die Grazer Opposition mit Unverständnis auf die Erhöhung der Öffi-Preise. So fordern die Grünen, die Teuerung der Jahreskarte durch einen höheren städtischen Zuschuss abzufedern. Deutlich weiter geht die SPÖ Graz. Sie verlangt eine sofortige Senkung der Ticketpreise in allen Kategorien. „Die Öffis müssen endlich günstiger werden“, fasst Michael Ehmann, Vorsitzender der SPÖ Graz, die sozialdemokratische Position zusammen. Langfristig hat seine Partei sogar eine durchaus radikale Lösung im Sinne. Der öffentliche Verkehr soll in Graz vollständig gratis werden. Im Zusammenhang mit dem Ausbau des Schienennetzes wäre das laut Ehmann die beste Idee zur Lösung der Verkehrskrise. Bis auf Weiteres müssen die Grazerinnen und Grazer aber wohl mit den jährlichen Preiserhöhungen leben.

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