in ,

Arbeitgeber bieten 4,1% mehr Lohn bei 10,5% Inflation – aber schütten sich selbst Gewinne aus

Die Metaller geben sich mit der angebotenen Lohnerhöhung von 4,1 % nicht zufrieden// Bild: aleksandarlittlewolf/freepik

Ursprünglich forderten die Metaller eine Lohnerhöhung von 10,6 %. Die Arbeitgeber bieten nun 4,1 %. Ihr Angebot würde damit nicht einmal die Hälfte der aktuellen Inflation abdecken. Während die Produktion der Unternehmen 2021 um fünf Milliarden Euro gestiegen ist, sollen die Arbeiter und Arbeiterinnen den größten Reallohnverlust seit Jahrzehnten hinnehmen. Die Gewerkschaft gibt sich damit nicht zufrieden und droht mit Warnstreiks.

Update: Die Arbeitgeber bleiben nämlich bei ihrem Angebot von 4,1 % Lohnerhöhung auf IST-Löhne und 0 % Lohnerhöhung auf KV-Löhne. Die Gewerkschaften sehen darin eine “Verhöhnung der Beschäftigten”. 4,1 % Lohnerhöhung bei aktuell 10,5 % Inflation bedeutet einen Reallohnverlust von 6,4 %. Nach der dritten Lohnverhandlungsrunde machen die Gewerkschaften ernst: Sie holen sich vom ÖGB die Streikfreigabe.

Am 17. Oktober kamen die Lohnverhandlungen zwischen den Gewerkschaften und den Arbeitgebern zu einem vorzeitigen Ende. Nach sechs Stunden verließen die Arbeitnehmer-Vertreter der PRO-GE und der GPA geschlossen den Verhandlungsraum. Der Grund: Die Arbeitgeber bieten den Beschäftigten eine Lohnerhöhung von 4,1 Prozent an. Angesichts einer Inflationsrate von aktuell 10,5 Prozent, aus der Sicht der Gewerkschaften eine Provokation. Das Angebot lehnen sie als “völlig unzureichend” ab.

Die Metaller forderten mit 10,6 % eine mehr als doppelt so hohe Lohnerhöhung

Ursprünglich hatten die Metaller-Gewerkschafter eine Lohnerhöhung von 10,6 Prozent gefordert. Damit sollten den Arbeitnehmern die gestiegenen Kosten aufgrund der Inflation ausgeglichen werden. In dieser Forderung war auch ein geringer Anteil an den Produktivitätszuwächsen der Unternehmen mitinkludiert. Immerhin stieg das Wirtschaftswachstum im Jahr 2021 im Vergleich zum Corona-Jahr 2020 deutlich. “Die Unternehmen haben sehr viel Geld verdient und diese Rekordergebnisse wurden durch die ArbeitnehmerInnen ermöglicht”, betont PRO-GE Vorsitzender Rainer Wimmer.

Angebot deckt nicht einmal die Hälfte der Inflation

Mit dem Gegenangebot von 4,1 Prozent Lohnerhöhung wollen die Unternehmer den Beschäftigten gerade mal den Großteil der sogenannten Kerninflation ausgleichen. Diese lag im August bei 6,6 Prozent. Allerdings: Die Kerninflation klammert ausgerechnet Energie- und Lebensmittelpreise aus. Die Kosten für diese beiden Produktgruppen sind jedoch mit Abstand am stärksten gestiegen. Experten sehen darin die Hauptursache für die Teuerung.

Das Angebot der Arbeitnehmer deckt somit nicht einmal die Hälfte des tatsächlichen Preisanstiegs ab. Denn dieser wird über die Verbraucherpreisinflation gemessen und liegt bei 10,5 Prozent.

Längere Arbeitszeiten bei weniger Lohn

Die Arbeitgeber wollen außerdem nur die IST-Löhne erhöhen, also die Löhne die über dem Kollektivvertrag liegen. Bei den KV-Löhnen, die die Mindestgehälter der Metaller festlegen, soll es gar keine Lohnerhöhungen geben. Zudem verlangte der Fachverband Metalltechnische Industrie (FMTI) Verschlechterungen bei Arbeitszeit und Überstundenabgeltung. Zum Beispiel sollen künftig längere Phasen mit sehr langen Arbeitszeiten möglich sein (60-Stunden-Woche). “Das bedeutet im Klartext, arbeiten bis zum Umfallen und gleichzeitig weniger Lohn durch den Wegfall von Überstundenzuschlägen”, kritisiert Wimmer.

Die PRO-GE Forderungen im Überblick
  • 10,6 % mehr Lohn
  • Anhebung der Lehrlingseinkommen
  • 50 % Zuschlag für Samstagsarbeit
  • Überstundenzuschlag von 75 % für die 10. Arbeitsstunde
  • Leichtere Erreichbarkeit der 6. Urlaubswoche
  • Weiterentwicklung des bestehenden Entlohnungsschemas

 

ÖVP-Arbeitsminister Kocher: “Einmalzahlungen miteinberechnen”

Der Obmann des FMTI und damit Vertreter der Arbeitgeber, Christian Knill, mahnte hingegen “Vernunft” bei den Arbeitnehmern ein. Es brauche “angemessene Lösungen”. Das Angebot von 4,1 Prozent Lohnerhöhung würde allerdings einen signifikanten Reallohnverlust für die Arbeiterinnen und Arbeiter bedeuten. Ob das angesichts steigender Unternehmensgewinne und Rekord-Inflation eine „angemessene Lösung“ ist, mag jeder für sich beantworten.

Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP) verteidigte in der “Pressestunde” die betroffenen Unternehmer, die ja auch höhere Kosten hätten. Außerdem verwies er auf die bisher beschlossenen Hilfspakete und Einmalzahlungen der Regierung, die man auch einberechnen müsse. Diese wurden allerdings mit Steuergeld finanziert und damit von den Arbeiterinnen und Arbeitern selbst. Außerdem handelte es sich dabei Großteils um Einmalzahlungen, die angesichts der hohen Inflation bereits verpufft sind, wie das Momentum Institut kürzlich feststellte.

Metaller fordern eine gerechte Lohnerhöhung, andernfalls komme es zu Warnstreiks

Auf die ergebnislosen Verhandlungen am 17. Oktober folgen nun Betriebsversammlungen. Diese sollen von 19. bis 21. Oktober in der gesamten Metallindustrie abgehalten werden. Damit erhöhen die Gewerkschaften den Druck. Für die nächste Runde am 24. Oktober erwarten sie sich ein “deutlich verbessertes Angebot”. Nur so ließen sich drohende Arbeitskampfmaßnahmen wie Streiks vermeiden.

Verschlechterungen bei der Arbeitszeit lehnt die Gewerkschaft jedenfalls ab. Auch die Einberechnung der Einmalzahlungen der Regierung komme “nicht in Frage”. Rainer Wimmer betont: „Die Metallindustrie hat ordentliche Gewinne geschrieben, die Unternehmer haben ausgezeichnet verdient. Wir lassen sie sicher nicht aus der Verantwortung“.

Newsletter bestellen

Mit dem Klick auf "Abonnieren" bestätigen Sie die Datenschutzrichtlinien.
Jetzt auch bei Telegram abonnieren!

Ein Kommentar

Antworten
  1. Hallo Herr & Frau, Willkommen auf der Österreichischen Werbeplattform!
    Wir führen Projekte jeder Größe durch, vom kommunalen bis zum privaten Sektor. Projekte
    begehrenswert, bedeutungsvoll, Modern, zeitlos und inspirierend.
    Wünsche, Träume und Bedürfnisse.

    Wir erwecken Ideen zum Leben.
    Wir bieten umfassende und personalisierte Beratung zu Baumethoden, Bauvorschriften, Zoneneinteilung, Landnutzungsplanung, Infrastruktur (Abwasser, Wasser, Strom, Telefon), wohnbeihilfen, renovierungsbeihilfen und vielem mehr. Zögern Sie nicht, uns zu Kontaktieren ; wir freuen uns, Ihre Anfrage zu beantworten !
    Wir erstellen Ihre entwurfspläne, übernehmen den einreichungs-und Genehmigungsprozess, begleiten Sie bei den notwendigen Verhandlungen mit den Behörden, erstellen den vollständigen und detaillierten Ausführungsplan und führen den Ausschreibungsprozess für Sie durch.Wir übernehmen das gesamtprojektmanagement und die Künstlerische Leitung während der Bauphase. Unsere Dienstleistungen umfassen die überwachung von arbeiten, die Koordination, die überwachung des Zeitplans, das Management von Kostenüberschreitungen und-Mängeln, den Empfang und die Lieferung, die Identifizierung von Mängeln und die Dokumentation.Persönlicher Kundenservice, Kostenkontrolle von der ersten Planung bis zur Lieferung des Gebäudes und professionelle baustellenüberwachung sind die Säulen unserer neubauagentur. Neben Einfamilienhäusern begleiten wir auch großbauprojekte in Zusammenarbeit mit wichtigen Bauunternehmen.

    Wir gehen von Ihren ersten Ideen für Ihr Bauprojekt aus und erarbeiten ein komplettes Architekturkonzept, das auf Ihre Bedürfnisse und Wünsche zugeschnitten ist. Unsere Kreativität, kombiniert mit unserer expertise und dem Einsatz modernster Technologien (ArchiCAD, AutoCAD), schafft ein harmonisches ganzes.

    Wir begleiten Sie von der ersten Stunde an beim Bau Ihres Hauses und machen diesen Prozess zu einem beherrschten moment
    dadurch können Sie Geld sparen und eine stressfreie Bauzeit erleben.Sind Sie ein Bauunternehmer, Immobilienentwickler, ein großes industriebauunternehmen, ein leitender Angestellter eines Handelsunternehmens oder ein Bauunternehmer, der während der COVID-19-Pandemie auf Schwierigkeiten gestoßen ist, sei es aufgrund steigender Materialkosten, Arbeitskräftemangel oder wenn Sie CFO eines Unternehmens in einer Krise sind und Geld von einem lizenzierten Makler-Kreditnehmer benötigen (Registrierungsnummer : 8658873) ? Heute konkurrieren diese unvollendeten Projekte mit ehrgeizigen Anträgen auf baudarlehen etablierter Entwickler. Benötigen Sie Investmentfonds, um Ihr Unternehmen zu Gründen oder Ihr Projekt zu finanzieren ? Ich bin ein Unabhängiger Schweizer Broker, der im Auftrag von Riza Kosar (Deutschland und Schweiz) handelt, und biete in Zusammenarbeit mit der HSBC Bank Germany und mehreren anderen Banken verschiedene Arten von fonds und Anlagen in verschiedenen Sektoren an, insbesondere in den folgenden Bereichen :

    Entwicklung: von wohnen bis Gewerbe können wir Ihnen helfen, Ihre vision zu verwirklichen.
    *** Akquisition: benötigen Sie eine Finanzierung, um einen wertvollen Vermögenswert zu erwerben ? Wir können Ihnen das notwendige Kapital zur Verfügung stellen.
    *** Finanzierung: * * * Holen Sie sich die Mittel, die Sie für Ihren Laufenden Betrieb und Ihre expansion benötigen.
    *** Aktieninvestition: arbeiten Sie mit uns Zusammen, um Ihr Wachstum zu beschleunigen und neue Möglichkeiten zu erschließen. ***
    Hotels und Mehrfamilienhäuser: * * * wir haben Erfahrung mit Investitionen in profitable Immobilienprojekte.
    *** Infrastruktur: * * * Tragen Sie zur Entwicklung wichtiger Infrastrukturprojekte bei.
    *** Unternehmensfinanzierung: greifen Sie auf das Kapital Zu, das Ihr Unternehmen benötigt, um erfolgreich und innovativ zu sein.
    *** Zugängliche Finanzierung für städtische Projekte und innovative Lösungen für und mit Landwirten, Förstern und ländlichen Gemeinden.
    *** Energie: * * * Investieren Sie in nachhaltige Energielösungen und die Automobilindustrie.
    *** Suchen Sie nach investitionskrediten und Finanzierungen für Ihre Photovoltaik-und windprojekte.
    *** Investieren Sie in Ihre Technologieprojekte.

    *** Andere tragfähige Projekte: * * * wir sind offen für die Erforschung neuer Möglichkeiten. Wir bieten eine Finanzierung von 10.000 € (USD, CHF,£) bis 80 Milliarden € (USD, CHF,£) zu einem Zinssatz von 2% für alle, die in der Lage sind, zurückzuzahlen.
    Kontaktieren Sie uns : RizaFund-investment@outlook.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

64.9kFollowers
1.6kFollower
1.1kFollow us
1.1kNewsletter abonnieren

Spieglein, Spieglein an der Wand

Lohnnebenkosten senken

Warum verdienen Frauen in Vorarlberg & Oberösterreich weniger als in Wien?