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Spitäler in OÖ müssen Betten sperren, weil Personal fehlt – „Landespolitik muss endlich handeln!“

In Oberösterreichs Spitälern fehlt Personal. Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander ist gefragt.

In Oberösterreichs Spitälern gibt es eine Pflegepersonalmangel. Weil etwa die Orthopädie im Kepler Klinikum zu wenig Pflegekräfte hat, muss die Station eigentlich vorhandene Betten „sperren“. Jetzt fordert die Arbeiterkammer die zuständige ÖVP-Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander zum Handeln auf: Die Krankenhäuser brauchen 20 % mehr Personal und es brauch verbindliche Regelungen für die Besetzung von Nacht- und Wochenenddiensten. Schon vor drei Jahren präsentierte die AK Verbesserungsvorschläge, nur: „Die zuständige Landesrätin war bis heute untätig und hat nichts unternommen, außer ein paar Alibi-Maßnahmen“, kritisiert AK-Präsident Andreas Stangl.

„Es ist bereits fünf nach Zwölf“, sagt SPÖ OÖ Gesundheitssprecher Peter Binder. Viele Spitalsmitarbeiter und -mitarbeiterinnen in Oberösterreich können nicht mehr. Die vielen Überstunden, die hohe psychische und körperlich Belastung, dazu die Untätigkeit der Landespolitik – wann handelt ÖVP-Gesundheitsreferentin Christine Haberlander endlich? Das fragen Arbeiterkammer und SPÖ.

OÖ Personalmangel: Viele Bettsperren in Spitälern 

Gesundheitsreferentin Haberlander bestätigt den massiven Personalmangel in Oberösterreichs Spitälern auf eine Anfrage der SPÖ hin. Durch den Personalmangel müssen eigentlich vorhandene Betten gesperrt werden, da sie niemand betreuen kann. Bettensperren sind inzwischen an der Tagesordnung: allein in der Kepler-Uniklinik fehlen Betten in der Orthopädie, der Herzchirurgie und auf gleich zwei von drei Stationen der Innere Medizin. Und das sind längst nicht alle: auch in der Traumatologie, Gynäkologie und der Nachsorge fehlt es an Betten. 

AK-Studie: 42 % der Pflegekräfte denken über eine Kündigung nach

Die Arbeiterkammer hat bereits vor drei Jahren eine Studie zur Situation in Oberösterreichs Krankenhäuser veröffentlicht. Schon damals herrschte Personalmangel – nicht erst seit der Corona-Pandemie. Die Studie zeigt auch deutlich, dass die Belastung in Pflegeberufen ansteigt: 55 % der befragten Pflegekräfte fühlen sich sehr stark psychisch und körperlich belastet. Zum Vergleich: In allen anderen Branchen fühlt sich „nur“ ein Fünftel schwer belastet.

In einem erneuten Aufruf an die Landesregierung fordert die Arbeiterkammer die zuständige Landesreferentin nun auf, endlich zu handeln. Man habe bereits 2019 Verbesserungsvorschläge gemacht, die immer noch nicht umgesetzt wurden.

„Die zuständige Landesrätin war bis heute untätig und hat nichts unternommen, außer ein paar Alibi-Maßnahmen”, kritisiert AK-Präsident Andreas Stangl.

Wenn 42 % der Spitalsbeschäftigten mindestens einmal im Monat über eine Kündigung nachdenken, dann sei es eigentlich schon zu spät. Es brauch eine Personalaufstockung um mindesten 20 %, fordert die Arbeiterkammer. Zusätzlich verlangt die AK eine Ausbildungsstrategie für die Spitäler und „verbindliche Regelungen für die Besetzung von Nacht- und Wochenenddiensten, die nicht zulasten der Tagesbesetzung gehen“. Man müsse eine „Strategiegruppe Krankenhaus einsetzen, um gemeinsam rasch umsetzbare Lösungen zur Verbesserung der Situation zu schaffen“.

Bis 2030 müssen 6.000 Stellen neu besetzt werden

Eine Prognose von „Gesundheit Österreich“ sagt Schlimmes voraus: Bis 2030 brauchen die 18 Spitäler knapp 6.000 Mitarbeiter:innen – wie dieser Bedarf gedeckt werden soll, ist unklar. Klar ist nur, dass die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichen. Mit ihrer letzten Spitalsreform hat die ÖVP in Oberösterreich maßgeblich zum Bettmangel beigetragen: Seit 2009 wurde durch die Reform jedes 10. Krankenhausbett gestrichen.

Ein Grund für die hohe Personalbelastung ist die nach wie vor fehlende verpflichtende Personalberechnung. Die derzeitigen Gesetze sind zu vage. Seit den 1990er Jahren wurde die Pflege-Personal-Rechnung in OÖ nicht mehr verändert.

Mit der sogenannten Pflege-Personal-Rechnung ermitteln Spitäler den Pflegepersonalbedarf in den einzelnen Stationen. In den letzten 30 Jahre hat sich die Pflege jedoch grundsätzlich verändert: Die Rechnung muss an die neue Praxis, den Zeitaufwand und die Pflegesituation angepasst werden.

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