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Mehr Jahreskarten als Autos: Die Wiener Öffis sind Vorbild für deutsche Städte

Die Wiener Öffis sind Vorbild für andere Städte. // Bild: Wikimedia/Linie29

Die Wiener Linien fahren täglich knapp 214.000 Kilometer durch die Stadt. Das entspricht mehr als dem fünffachen Erdumfang – und das Liniennetz wird weiter ausgebaut. Nicht nur deshalb sind die Wiener Öffis Vorbild für andere Städte: Berlin und Hamburg wollen das Wiener Modell des 365-Euro-Tickets einführen.

Zur Zeit sind fünf U-Bahn-Linien, 28 Straßenbahn-Linien und 128 Buslinien im Stadtverkehr unterwegs. Mit dem Bau der U5 und der Umlenkung der U2 kommt eine neue wichtige Linie hinzu. Dabei entstehen vier neue U-Bahn-Knoten, ein neuer S-Bahn-Anschluss und ganze sieben neue Stationen.

Mehr Öffi-Jahreskarten als Autos

Der öffentliche Verkehr trägt wesentlich zur Verkehrswende bei. Mittlerweile gibt es in Wien mehr Öffi-Jahreskarten als Autos. Ganze 852.000 Jahreskarten sind im Besitz der Wiener und Wienerinnen, hingegen gibt es in der Stadt nur 714.960 PKW-Zulassungen. Der Auto-Verkehr in der Stadt ist seit dem Vorjahr um 4% gesunken.

Wiener Öffis sind Vorbild für deutsche Städte

Seit der Einführung der 365-Euro-Jahreskarte im Jahr 2012 ziehen deutsche Städte nach: In München und Berlin wurde das 365-Euro-Ticket für Schüler und Auszubildende eingeführt. Berlin will das Ticket jetzt Schritt für Schritt für alle Bewohner anbieten. Bisher kostet ein Jahresticket in der deutschen Hauptstadt noch mindestens 882 Euro.

Hamburg kündigte ebenfalls ein 365-Euro-Ticket für Auszubildende an. Für alle anderen Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt kostet es weiter 1.988€. Das Wiener-Modell, wie das 365-Euro-Ticket auch genannt wird, ist auch in drei weiteren deutschen Städten Vorbild in Sachen Öffis.

U-Bahn-Fahren schafft Arbeitsplätze

Die Wiener Linien beschäftigen über 8.600 Menschen. Allein durch den stetigen Ausbau des Liniennetzes sind 1.200 Arbeitsplätze im Baubereich gesichert. Dabei werden nicht nur Bauarbeiter beschäftigt, sondern auch Planer, Architektinnen, Spengler, Elektrotechnikerinnen, Fliesenleger oder Haustechniker. Die Umrüstung auf immer modernere und lokal produzierte Fahrzeuge schafft weitere Arbeitsplätze.

Das Liniennetz der Wiener Öffis ist insgesamt 950 Kilometer lang – und wird weiter ausgebaut.

Greener Linien

Der öffentliche Verkehr in Wien ist einer der Hauptgründe dafür, wieso Wien kürzlich in einem Ranking zur grünsten Stadt der Welt ernannt wurde. Die Wiener Linien machen gerade mal 1% des ökologischen Fußabdrucks der gesamten Stadt aus. Allein durch den Bau der U5 werden künftig bis zu 75.000 Tonnen CO2 gespart. Unter dem Motto „Greener Linien“ planen die Wiener Linien wichtige Klimaschutzprojekte und setzen sie nach und nach um. Die wichtigsten Projekte im Überblick:

  • U2xU5: Das Linienkreuz U2xU5 spart künftig jährlich bis zu 75.000 Tonnen CO2 ein.
  • Busse: Bis 2023 sollen 60 neue E-Busse, bis 2027 zehn Wasserstoff-Busse auf den Wiener Straßen unterwegs sein. Die Wasserstoff-Busse werden mit Wasserstoff, gewonnen aus erneuerbarem Strom, betankt. Die Entwicklung von Öko-Kraftstoff für Busse aus beispielsweise Klärschlamm ist in Planung.
  • Solarstrom: Der Stationsstrom in Ottakring wird zu 50% aus Photovoltiak-Folien auf dem Dach gewonnen. Damit betreibt Sonnenergie die Rolltreppen, Aufzüge und die Beleuchtung.
  • Güne Fassaden: Die Fassade der Station Spittelau wurde im Mai mit einer vertikalen Blumenwiese beplfanzt. Damit werden Schadstoffe aus der Luft gefiltert und die Bildung von Hitzeinseln verhindert.
  • Wartehäusschen: Auch Wartehäuschen werden in Zukunft weiter begrünt, um das Stadtklima zu verbessern. Fünf solche Häuschen sind bereits in der Stadt zu finden.
  • Grüne Gleise: Die Verlängerung der Linie O im Nordbahnhofviertel bekommt ein neues Rasengleis. Weitere solcher grünen Gleise sind in Planung.

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